Adolf Anderssen Schach Festival

Wrocław OPEN A (1. bis 8. August 2020)

Vom 24. Leutersdorfer Sparkassenopen im Februar zum polnischen Schachfestival Anfang August war es zeitlich eine weite Spanne. Normalerweise könnte man in dieser Zeit über Meisterschaften, Mannschaftskämpfe und Einladungsturniere in großer Anzahl berichten. In diesem Jahr füllte diese Zeit schachlich gesehen ein schwarzes Loch. Ab dem 13. März mit der Schließung der Schulen in Sachsen endete für eine lange Zeit auch das gesellige Leben in den Vereinen, so auch beim Schachclub 1994 Oberland. Erst im Juni kehrten einige Schachfreunde zum Training ans Schachbrett zurück. Vor allem die Kinder begannen mit der Rückkehr in die Schulen wieder mit den Übungsstunden, die bedingt durch strengen Hygienevorschriften erst einmal auch im Freien stattfanden.

Nach all den Turnierabsagen und der Ungewissheit über die Fortsetzung der Punktspielsaison kam einem die Ankündigung der polnischen Schachfreunde, vom 1. bis 9. August ihr Adolf Anderssen Schachfestival durchzuführen, wie ein Sonnenaufgang nach einer langen Nacht vor. Anmeldung und Quartier organisieren waren etwas abenteuerlich. Nach einer beschwerlichen Anreise saß ich dann am Samstag, den 1. August in Wroclaw am Brett. Maske oder nicht musste jeder für sich selbst entscheiden. Bis auf wenige Ausnahmen verzichteten die meisten Teilnehmer auf das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes. Die Abstände zwischen den Tischen waren großzügig bemessen. Nur der Gegenüber war eben gerade einmal auf der empfohlenen Distanz. Insgesamt war es eher die sommerliche Hitze, die den Spielern in den meisten Partien zu schaffen machte. Das Teilnehmerfeld im Hauptturnier war mit 31 Schachspielern aus Polen, der Ukraine, Deutschland und Belgien besetzt. Ein ELO-Durchschnitt von 2080 weist für mich starke Gegnerschaft aus. Immerhin stand ich auf Rang 26 der Startrangliste und konnte nach den Sternen greifen. Favoriten waren die Internationalen Meister Radosław Barski und Marcin Sieciechowicz (beide Polen) sowie Michael Kopylov (Ukraine). Um es vorwegzunehmen, Die Genannten belegten die ersten vier Plätze. Komplettiert wurde das Quartett durch den ELO-starken Fidemeister Filip Cukrowski (Polen). Die immerhin neunköpfige deutsche Vertretung wurde von Fidemeister Alex Dac-Vuong Nguyen (ELO 2366) angeführt. Bester Deutscher wurde im Endklassement aber Daniel Kopylov (TuRa Harksheide von 1945 Norderstedt) mit 6 Punkten aus 9 Runden. Fidemeister Paul Zwahr (SG Grünweiß Dresden) mit 5 Punkten wurde bester Sachse. Die größte Überraschung schaffte Miriam Peglau, die mit 4 Punkten und Platz 22 beste Dame des Turniers wurde und ein ganz paar ELO-Punkte hinzugewinnen konnte. Meine Teilnahme bescherte mir durchweg interessante Partien, kostete mich aber auch einige ELO-Punkte. Trotzdem bin ich nicht unzufrieden mit meinem Abschneiden. Ich erlebte ein spannendes Turnier, das in dieser besonderen Zeit auf das Wesentliche ausgerichtet war – das Schachspielen. Ich als Turnierausrichter, hätte unter Normalumständen auch Wert auf einen kleinen Imbiss im oder beim Turniersaal gelegt. Lobenswert war die Liveberichterstattung über Chess 24, wo alle Partien der A-Gruppe auch in Echtzeit übertragen wurden. Mein Dank gilt den polnischen Schachfreunden, die ob mutig oder übermütig, dem Schachsport etwas Normalität zurückgegeben haben.

Vervollständigt wurde das Festival durch eine B-Gruppe (bis ELO 2000) mit 38 Startern, ein Nachwuchsturnier bis 14 Jahre mit 19 Kindern und 58 Teilnehmern beim Adolf Anderssen-Memorial (Blitzschach 10 Minuten plus 2 Sekunden Bonus je Zug). (Frank-Peter Rößler)

Turniertabelle

Platz

Titel

Name, Vorname

Land

ELO

+/-

Pkt

Buchholz

Buchholz

1.

IM

Barski, Radosław

 Polen

2444 +4

7

46,5

51,0

2.

IM

Sieciechowicz, Marcin

Polen

2372 +10

6,5

46,5

50,5

3.

FM

Cukrowski, Filip

Polen

2419 +2

6,5

46,5

50,0

4.

IM

Kopylov, Michael

Ukraine

2393 +5

6,5

46,0

50,5

5.

 

Kopylov, Daniel

Deutschland

2335 +18

6

47,0

51,0

6.

 

Jankowiak, Tomasz

Polen

2115 +39

5,5

44,5

47,0

7.

 

Mondrzycki, Bartłomiej

Polen

2140 +23

5,5

42,5

46,0

8.

FM

Zwahr, Paul

Deutschland

2277 -14

5

43,0

45,0

9.

FM

Nguyen, Alex Dac-Vuong

Deutschland

2366 -18

5

42,5

46,0

10.

 

Piekielny, Paweł

Polen

2099 +42

5

41,5

45,0

11.

 

Burian, Simon

Deutschland

2073 +40

5

37,5

40,5

12.

CM

Krzywda, Andrzej

Polen

2156 -30

5

36,5

38,5

13.

 

Golecki, Jan

Polen

1988 +49

5

36,0

38,0

14.

 

Skurniak, Szymon

Polen

1987 +57

5

36,0

37,5

15.

 

Chmiel, Marcin

Polen

2267 -14

4,5

42,0

45,0

16.

 

Kanicki, Krzysztof

Polen

2163 -27

4,5

37,0

38,5

17.

 

Wong, Gengchun

Deutschland

2190 -70

4,5

36,5

39,0

18.

 

Jankowiak, Piotr

Polen

1992 +8

4,5

36,5

38,5

19.

 

Borowski, Przemysław

Polen

1790 +28

4

38,5

41,5

20.

 

Trybuś, Daniel

Polen

2084 -64

4

36,5

39,0

21.

 

Gardian, Adam

Polen

1723 +77

4

35,5

37,0

22.

 

Peglau, Mirjam

Deutschland

1851 +24

4

34,5

36,5

23.

 

Bojczewski, Mateusz

Polen

1888 +50

4

33,5

35,0

24.

 

Szcześniak, Konrad

Polen

2033 -25

4

32,0

34,0

25.

 

Małecki, Rafał

Polen

2071 -46

4

30,5

32,0

26.

WFM

Vanduyfhuys, Daria

Belgien

2050 -83

4

29,5

31,0

27.

 

Kowalczyk, Wojciech

Polen

1873 +46

3,5

30,5

39,0

28.

 

Roessler, Frank-Peter

Deutschland

1902 -14

3,5

29,5

31,0

29.

 

Krawiec, Grzegorz

Polen

1812 +12

3

35,5

38,0

30.

 

Peglau, Dora

Deutschland

1721 +/- 0

2,5

34,0

35,5

31.

 

Peglau, Markus

Deutschland

1886 -50

2

29,5

31,5



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