DieOffene Linien

Die offene Linie ist ein sehr wichtiges strategisches Element. Sie spielt eine sehr große Rolle in fast jeder Stellung.

Die schweren Kräfte im Schach, die Dame und die Türme brauchen eine offene Linie, um ins Spiel zu gelangen. Auf offenen Linien fühlen sich Dame und Türme wohl und entfalten ihre größte Kraft. Oft bestimmt der Kampf um eine einzige offene Linie den gesamten strategischen Inhalt des Spiels.

Was sind offene Linien?

Entscheidend für den Begriff der offenen Linie ist das Vorhandensein von Bauern. Fehlen auf beiden Seiten Bauern spricht man von einer offenen Linie. Stehen von einer Seite noch Bauern (z.B. Schwarz) spricht man von einer halboffenen Linie. Der Vorteil liegt dann bei dem Spieler (z.B. Weiß), der gegen den Bauern spielen kann. Oftmals sprechen wir von der offenen Linie und meinen beides, die offene und die halboffene Linie.
Warum soll man eine offene Linie besetzen? Die Schwerfiguren bekommen die Möglichkeit, über die 7. (2.) oder 8. (1.) Reihe in das gegnerische Spiel einzudringen. Die Felder auf diesen Reihen können die gegnerischen Bauern nicht decken. Im Gegenteil die Schwerfiguren können die schutzlosen Bauern von der Seite leichter angreifen, weil sie sich nicht gegenseitig decken können. Oft stehen dort auch ungedeckte gegnerische Leichtfiguren. Einen Materialgewinn und vor allem ein Königsangriff lässt sich hier viel leichter verwirklichen. Auch wichtig zu wissen ist, dass zwei Türme auf der 7. (2.) meist schon das Remis durch Dauerschach sichern!
Wie geht man beim Kampf um die offene Linie systematisch vor? 1. Verdoppelung der Türme auf einer offenen (auch halboffenen Linie) 2. Bildung eines Vorpostens (ein Bauer deckt einen der Türme) 3. Kontrolle über das Einbruchsfeld(er), um das Eindringen zu ermöglichen 4. Eindringen auf die 7. (2.) oder 8. (1.) Reihe
Schafft es keine Partei, sich im Falle einer offenen Linie auf dieser einen Vorteil zu verschaffen, kommt es zu einem Generalabtausch der schweren Figuren auf dieser Linie.
Andererseits kann man meistens von klarem Vorteil sprechen, wenn es einer Seite gelingt, die offene Linie zu erobern.
(Zusammengefasst aus Koblenz, Jussupow und Srokowski)

(1) Nimzowitsch,Aaron – Capablanca, Raul
New York, 1927 [Jussupow OB]

Schwarz steht sehr gut, das Material ist aber
ausgeglichen. Er kontrolliert schon beide
offenen Linien.Nun muss er noch das
Eindringen auf die 2. Reihe vorbereiten.
1…Da2 Ein geschickter Zug! Nun kann der Lb2
nicht ziehen, sonst fällt der Bauer a3. [Nicht so
gut ist 1…Dd2 wegen 2.Df3] 2.Ta1 [Besser wäre
2.Tbd1; Und auf 2.Df3 folgt 2…Tc2 3.Ld4
Dxa3-/+] 2…Db3 Nun droht schon Tc2. 3.Ld4
Tc2 4.Da6 e5! Auch der zweite Turm findet den
Weg zur zweiten Reihe! 5.Lxe5 Tdd2 6.Db7
[Nach dem fehlerhaften 6.Tf1 führt schon
6…Dxe3 zum baldigen Matt. 7.Lf4 Txf2 8.Lxe3
Tg2+ 9.Kh1 Txh2+ 10.Kg1 Tcg2#] 6…Txf2 Die
Türme beherrschen die 2. Reihe absolut! 7.g4
deckt den Bauern h2. Die weiße
Rochadestellung ist total geschwächt. Weiß
kann dem koordinierten Angriff der schwarzen
Schwerfiguren nichts mehr dagegenhalten.
7…De6 8.Lg3 Txh2! [Weiß hoffte auf 8…Dxg4
9.Tf1 . Aber Capablanca fand eine viel bessere
Lösung.] 9.Df3 [Falls aber 9.Lxh2 dann
9…Dxg4+ 10.Kh1 Dh3 gehen bei Weiß gleich
die Lichter aus!] 9…Thg2+ 10.Dxg2 Beide
Königszüge verlieren sofort. [10.Kf1 Dc4+;
10.Kh1 Dh6+] 10…Txg2+ 11.Kxg2 Dxg4
12.Tad1 h5! 13.Td4 Dg5 14.Kh2 a5 um den
Läufer f8 ins Spiel zu bringen. 15.Te2 axb4
16.axb4 Le7 17.Te4 Lf6 18.Tf2 Dd5 19.Te8+
Kh7 Weiß gab auf. Er kann nichts gegen den
Angriff h5-h4 tun und der Bauer b4 geht bald
verloren. 0-1

(2) Botvinnik,Mikhail – Vidmar,Milan
Groningen, 1946 [Koblenz OB]

Der Turm übt bereits Druck aus auf der
halboffenen c-Linie. Der erste Teilplan besteht
in der charakteristischen Verdoppelung der
Türme. 27.Tc3 27…c6 Soll dem Sa8 etwas Luft
verschaffen.

28.Tac1 f6! Verhindert, dass der weiße
Springer nach e5 kommt. Schwarz hat ein
ziemlich festes Bollwerk errichtet, das nicht so
einfach zu zerstören ist. Schwarz bot hier sogar
Remis an. 29.Sb1! Ld7
30.Sa3 Jetzt wird klar. Weiß will die c-Linie mit
b4-b5 völlig öffnen, um mit dem Turm nach c7
zu gelangen. 30…Sc7 [Falls aber 30…b5 um das
weiße b5 zu verhindern, entsteht auf c5 ein
“schwacher Punkt” (anderes Strategiethema),
die gegnerische Figuren besetzen können, ohne
das Bauern sie vertreiben können.] 31.b5! Auch
schon in der Capablanca-Partie haben wir
gesehen, dass die Bauern Hindernisse beseitigen
können. 31…Sxb5 32.Lxb5 cxb5 33.Tc7 Nun ist
auch der zweite Teilplan erfüllt, ein Turm ist auf
die 7. Reihe eingedrungen. Klar ist, dass
Schwarz das Eindringen beider Türme nicht
zulassen darf. 33…Tc8 Das erlaubt aber eine
überraschende Opferwendung. [Falls 33…b4 , so
folgt sehr schön 34.Tb7+ Ka8 35.Tcc7! und nun
geht nicht 35…bxa3 36.Txa7+ Kb8 37.Tcb7+
Kc8 38.Ta8# Bitte nicht vergessen: zwei Türme
auf der 7. Reihe, die von einem Bauern oder
einer Figur unterstützt werden, setzen Matt!;
Am besten ist 33…Lc8! 34.Sxb5 Td7!!+/-]
34.Tb7+ Ka8 35.Txd7!! Weiß opfert die
Qualität, um auf der 7. Reihe zu bleiben!
35…Txc1 36.Sxb5 Thc8 Beide Türme sind
gezwungen, die c-Linie zu hüten. [36…–
37.Txa7+ Kb8 38.Tb7+ Ka8 (38…Kc8 39.Sd6+
Kd8 40.Sf7+ Kc8 41.Sxh8+-) 39.Sc7+ Txc7
40.Txc7+-] 37.Txg7 h6 38.Txa7+ Kb8
39.Tb7+ Ka8 40.Ta7+ Zugwiederholungen, um
die Zeitkontrolle zu erreichen. 40…Kb8
41.Tb7+ Ka8 42.g4 e5 43.d5 T1c5 44.Ta7+
Kb8 45.Tb7+ Ka8 46.Txb6 Tb8 47.Txb8+
Kxb8 48.a7+ Kb7! 49.Sd6+ Kxa7 Der Rest ist
einfach. 50.Se8 Kb6 51.Sxf6+- Tc3+ 52.Kf2
Tc7 53.h4 Tf7 54.Sh5 Kc7 55.g5! hxg5
56.hxg5 Th7 57.Sf6 Th2+ 58.Kg3 Th1 59.Kg2
Th8 60.g6 Schwarz gab auf. 1-0

(3) Taimanov,Mark E – Lisitsin,Georgy
Leningrad, 1949 [Koblenz OB]

Der Kampf um die offene c-Linie ist im vollen
Gange. Diese Ausgangsstellung zeigt auch, dass
es nicht einfach ist, die Schwächen des Gegners
zu erkennen. Oft sind diese versteckt. Der
Weißspieler hat in dem Bauern b7 die Schwäche
des Schwarzen erkannt und legt diese nun mit
dem Tausch des Lb5 frei. 21.Lf1

21…Lxf1 22.Kxf1 Tbc8 23.Db3 Se8 Scheinbar
ist der Druck auf der c-Linie völlig neutralisiert
(ausgeglichen). Schwarz hat den Springer auf
e8 gestellt, damit nach 24. Sb7 Tb7 der Tc8
nicht mit Schach geschlagen werden kann.
24.Sxb7 Txb7 Aber es kommt anders, Weiß hat
weiter gerechnet. 25.Dxb7 Dxb7 26.Txc8 Kf8
27.Tb8 De7 [Es geht nicht 27…Dxb8 28.Sd7+
Ke7 29.Sxb8+-; Auch nach 27…Da7 28.Txe8+
Kxe8 29.Tc8+ Ke7 30.Sc6+ geht die Dame
wieder verloren.] 28.Txa8 g6 29.Tcc8 Beide
Türme haben das strategische Ziel, die 8. Reihe,
erreicht. Der Rest ist einfach. 29…Kg7 30.Txe8
Dc7 31.Tec8 Db7 32.Tab8 Da7 33.Th8 De7
34.Tbg8+ Kh6 35.Txg6+ Kh5 36.Tg3 Kh4
37.Sf3+ Kh5 38.Thg8 1-0

(4) Judowitsch – Klaman
Leningrad, 1949 [Koblenz OB]

Weiß hat einigen Raumvorteil und beherrscht
die einzige offene Linie. Aber (!!) wenn Weiß
die Türme verdoppeln sollte, würden alle Türme
abgetauscht werden und der Vorteil wäre
verschwunden.Die schematische Einnahme
einer offenen Linie ist nicht alles; man muss sie
behaupten und Einbruchsfelder sichern können.
1.b4! Deshalb versucht Weiß, am Damenflügel
eine Schwäche zu schaffen. 1…b5 sonst zieht
Weiß b5! 2.a4! a6 [2…bxa4 3.b5 cxb5 4.Lxb5
Und Weiß hat einen gedeckten Freibauern auf
c5!] 3.axb5 Manchmal ist es günstiger, mit dem
Tausch bis nach der Turmverdoppelung zu
warten. 3…axb5 4.Ta1 Te8 5.Ta2 [5.Sxb5 Ist
auch hier schon möglich!] 5…Dc8 6.Tea1 Db7
Es scheint, als ob Schwarz das Gleichgewicht
auf der a-Linie aufrecht halten kann. 7.Db2 Se6
8.Ta3 Mit der Idee, eventuell zu vertripeln.
8…Sc7 9.Ta5 Ein Vorposten wird besetzt und
ein Abwartezug. 9…Txa5 10.Txa5 Sa6 11.Da3
Sab8 [11…Ta8 geht wegen 12.Sxb5 cxb5
13.Lxb5+-] Nun kann der Turm in die 7. Reihe
eindringen. 12.Ta7 Dc8 Nun ist es so weit
13.Sxb5 [Auch gut ist 13.Tc7] 13…cxb5
14.Lxb5 Danach werden die schlechtpostierten
schwarzen Figuren Opfer der weißen Figuren.
14…Kg7 15.Lxb8 Sxb8 16.Lxe8 Dxe8 17.b5
Lf8 18.De3 Dc8 19.Df4 1-0

(5) Blumenfeld – Aljechin
Moskau, 1908 [Srokovsky OB]

Schwarz steht etwas besser, hat die offene d-
Linie besetzt. Es ist sehr konstruktiv, wie er
systematisch seine Stellung verbessern wird.
1…Lb4!

Verhindert Te2-d2 und erzwingt c2-c3, was den
Punkt d3 schwächt, welchen Schwarz für das
Eindringen seiner Türme nutzen wird. 2.c3
Andere Züge würden nur den Königsflügel
schwächen!
[2.g3 Sg5! 3.c3 Lf8 4.Dc2 g6 5.Sh4 Le6-/+; 2.f3
Sf4 3.Tf2 Lxf5 4.exf5 Lc5 5.La3 Ld4 6.Lb2
De7-/+] 2…Sf4 3.Td2 Lxf5 4.Sxf5 Lc5 5.b4
Lf8 6.Txd8 [6.Dc2 würde zur gleichen Stellung
wie in der Partie führen. 6…Txd2 7.Dxd2 Td8
8.Dc2 Dd7-/+] 6…Txd8 7.Dc2 Dd7 Mit diesem
Zug gewinnt Schwarz den Kampf um die offene
d-Linie. 8.Tf1 Dd3! Die weiße Dame ist eine
starke Verteidigungsfigur und ihr Abtausch wird
sich katastrophal für Weiss auswirken, weil
danach die Einbruchsfelder d2 und d3 auf der d-
Linie ohne Deckung sind. 9.Db3+ Kh8 10.Sg3
h5 [10…Se2+! Meint Aljechin in der Analyse. ]
11.Lc1? [Besser wäre 11.h4!] 11…h4 12.Lxf4
exf4 13.Sf5 h3! Zerstört die Bauerndeckung des
weißen Königs. 14.De6?! [besser ist 14.Te1]
14…hxg2 15.Kxg2 f3+ 16.Kg1 Und ein schöner
Schluss! 16…Dxf1+ Weiss gab auf 17.Kxf1
Td1# 0-1

(6) Smyslov – Gligoric
Moskau, 1978 [Srokovsky OB]

Die schwarzen Figuren sind gut postiert und
üben starken Druck auf das Zentrum aus,
wogegen Weiss hofft, seine Bauernmehrheit am
Damenflügel geltend machen zu können. Aber
die Kontrolle über die offene zentrale Linie ist
ein gewichtiger Faktor. 1…Ld7!

Droht Ld7-a4 und verhindert somit Ta1-d1.
2.Tac1 [Auch nach 2.b4 La4 3.Db1 Sb3 4.Ld1
(schlechter ist 4.Ta2) 4…Txd1 5.Dxd1 Dxa1
6.Dxa1 Sxa1 7.Txa1 Bekommt Schwarz die
Herrschaft über die offene Linie. 7…Td8-/+]
2…La4 3.Dc3 Dxc3 4.Txc3 Lb3! Sehr stark
gespielt! Schwarz blockiert den weissen
Damenfluegel und gleichzeitig unterbindet er
das befreiende b2-b4. 5.Tfc1 a5 6.Kf1 Ta6
7.Ke1 Tad6 Schwarz hat zwar den Kampf um
die offene d-Linie gewonnen, aber die
Einbruchsfelder sind sämtlich gedeckt, also
muss Schwarz eine weitere Schwäche im Lager
des Weissen schaffen, um seinen Vorteil zu
vergrößern. Die schwarze Bauernmehrheit am
Königsflügel verspricht, dieses Ziel auf dieser
Seite des Brettes zu erreichen. 8.Tb1 a4 9.h3 f6
10.Sh2 Weiss möchte den unangenehmen Lb3
abtauschen, zu welchem Zwecke die
Marschroute Sh2-f1-e3-c2-a1 vorgesehen ist.
Dieses kostet zwar viel Zeit – aber was soll man
sonst tun? 10…b6 11.Sf1 Kf7 12.f3 f5 13.Se3 g5
Schwarz bringt seine Bauernmehrheit in
Bewegung, gleichzeitig gewinnt er Raum und
versetzt sich in die Lage, bei Bedarf einen
Freibauern bilden zu können. 14.Sc2 Kf6
15.Sa1 h5 16.Sxb3 axb3!? [Auch gut ist
16…Sxb3 17.Td1 Sc5 18.Tcc1 h4-/+] 17.Td1
Weiss ist bemüht, um jeden Preis zu aktiven
Möglichkeiten zu kommen – ansonsten droht der
langsame Erstickungstod nach h5-h4 mit
nachfolgendem Kf6-e5-e4. 17…Txd1+ 18.Lxd1
Sd3+ 19.Kf1 Sxb2 20.Le2 Sa4 21.Txb3 Td6-/+
22.g4 Weiß hat bereits eine verlorene Stellung:
die Bauern a3 und c4 sind schwach, der Laeufer
e2 ist passiv und Schwarz hat am Königsflügel
einen Bauern mehr.Weiss versucht nun
vergeblich, dynamisch die Stellung zu ändern.
22…Sc5 23.Tb5 hxg4 24.hxg4 f4 25.Ke1 Ke5!
Königszentralisation! Mit der Hilfe des Koenigs
gewinnt Schwarz sehr schnell. 26.a4 Kd4 27.a5
bxa5 28.Txa5 Ta6 29.Tb5 e5 30.Kf2 e4 31.Tb1
Ta2 Weiß gab auf 0-1

(7) Ribera – Capablanca
Barcelona, 1929 [Srokovsky OB]

Ein schwarzer Turm steht schon auf der offenen
d-Linie, aber wie weiter! Und die Figuren des
Schwarzen sind besser entwickelt für den
Kampf um die d-Linie. 1…Sc5!

2.Lc2 [2.Tad1 Dieser naheliegende Zug würde
einen Bauern verlieren. 2…Lxf3! 3.Dxf3 Sxd3
4.Txd3 Db4! mit dieser Gabel.] 2…Lxf3! Dieser
Abtausch ermöglicht Schwarz das Eindringen
auf die zweite Reihe. 3.Dxf3 [3.gxf3?? Dg5+
4.Kh1 Td2-+] 3…Td2 4.Dc3 Tfd8 Damit hat die
schwarze Strategie gesiegt. 5.Tad1 Se4! Mit
diesem Zug sichert Schwarz seinen Vorteil.
6.De3? [besser war 6.Txe4-/+] 6…Txc2 7.Dxe4
Txb2 Die erste Frucht des Kampfes um die d-
Linie ist der b2-Bauer. 8.a3 Tbd2 9.Txd2 Txd2
10.h3 [10.Da8+?! Dd8 11.Dxa7 Td1!-+] 10…c5
11.Te3 Td4 12.Da8+ Td8 13.Df3 Dd7 Droht
Dd7-d1 mit Damentausch 14.Kh2 Dd4 15.Te4
Dd3 Nach dem Damentausch bedeutet weiterer
Widerstand nur noch pure Zeitverschwendung.
16.Dg4 h6 17.Te3 Dd4 18.De2 Dd1 19.Db2
Dd2 0-1

(8) Capablanca – Vidmar
London , 1922 [Srokovsky OB]

Weiß steht aufgrund des geschwächten
Damenflügels besser und kämpft um die c-
Linie. 1.Sxd5!

Weiss öffnet die c-Linie, auf welcher er
Alleinherrscher wird. 1…cxd5 Bitterer Zwang.
[1…exd5? 2.Ld3 Sf6 3.Dxc6+-] 2.Ld3! h6
[2…Sf6 3.Dc7 Ld7 4.La6! Ein wichtiger Zug.]
3.Dc7! Sofort hindert die weiße Dame den
Schwarzen an der Entwicklung seiner Figuren.
3…Db4 Hierauf hat der Schwarze seine
Hoffnungen gesetzt. Er befreit mit diesem
Damenzug den Springer aus der Fesselung und
greift zugleich den Bauern b2 an. 4.a3! Gibt
Schwarz kein Zeit, die Stellung zu
konsolidieren. 4…Da4 [4…Dxb2 geht taktisch
nicht: 5.Tb1 Dxa3 6.Lb5+-] 5.h3! Mit diesem
Zug zeigt Capablanca seinem Gegner, dass er
sich in “strategischem Zugzwang” befindet.
5…Sf6 6.Se5 Ld7 7.Lc2 [7.b3! gewinnt schon
Material.] 7…Db5 8.a4 Dxb2 9.Sxd7 [Sofort
gewinnt 9.Tb1 Da2 10.Lb3 Da3 11.Sxd7+-]
9…Tac8! 10.Db7 [Noch besser ist 10.Lh7+]
10…Sxd7 11.Lh7+ Kxh7 12.Txc8 Txc8
13.Dxc8 Sf6 14.Tc1! Die schweren Figuren
suchen das Zusammenspiel. 14…Db4 Der Rest
gehört nicht mehr zum Thema. 15.Dc2+ Kg8
16.Dc6! Da3 17.Da8+ Kh7 18.Tc7 Dxa4
19.Txf7! Der Bauer f7 ist weit wichtiger als der
auf a7, weil auf Grund der jetzt geschwaechten
Lage des schwarzen Koenigs Mattmotive
entstehen werden. 19…Dd1+ 20.Kh2 Dh5
21.Dxa7 Dg6 22.Tf8 Df5 23.Tf7 Dg6 24.Tb7
Se4 25.Da2 e5 26.Dxd5 exd4 27.Tb8 Sf6
28.Dxd4 Df5 29.Txb6 Dxf2 30.Dd3+ Kg8
31.Tb8+ Schwarz gab auf wegen 31…Kf7
32.Tb7+ Kg8 33.Dg6 1-0

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